Aleppo (Haleb), das heute in Syrien gelegene biblische Helbon, ist der arabische Geburtsort der Kunst, aus pflanzlichen Ölen feine Seifen herzustellen, die sich ab dem 8. Jh. im Mittelmeerraum verbreitete, so nach Europa vordrang (wo Seife bis dahin aus tierischen Talgen und Holzasche gekocht wurde) und dort schließlich in Genua und dann in Marseille zu regionaler Blüte kam. In Aleppo hat sich die Seifensiederei als ein Teil der hochentwickelten arabischen Kultur der Körper- und Schönheitspflege erhalten: Noch heute gibt es dort gut 100 Seifensiedereien, von denen aber nur noch wenige ihre Produkte in jenem alten, handwerklichen Verfahren des mehrfachen Siedens ‚auf neuem Wasser‘ erzeugen und das zum Abschluß kommt, indem der Siedemeister tatsächlich in einer ‚Verkostung‘ die fertige, ‚ausgesalzene‘ Seife prüft. Die erkalteten, mit dem Siegel ihres Herstellers versehenen Seifen ruhen schließlich im Halbschatten offener Gewölbe sieben Monate, während derer sie 92 % ihres Gewichtes verlieren und ihre Farbe von Grün zu Gelbbraun wechseln. Das Sieden der Seifen – und zwar im besten Fall auf dem zweiten oder dritten Wasser – war das Wesentliche der handwerklichen Seifenproduktion. Das mehrfache Schmelzen und Aussalzen der Seife sorgte dafür, das alle unerwünschten Begleitstoffe der sogenannten Unterlauge ausgewaschen und die Seifen vollständig rein wurden. Die industrielle Seifenprokuktion hingegen ‚verseift‘ den gesamten Kesselinhalt – einschließlich der Unterlauge – ohne alles Sieden, durch bloßes Einleiten von Dampf. 1 Stück ca. 190 g
|